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AIDS - Herausforderung für die christliche Gemeinde

Emmanuel Mtiti / Kigoma / Tanzania

Die Rolle der Kirche bei der Verhütung von AIDS/HIV

Die AIDS-Epidemie fordert die Verhaltensweise der Kirche im Blick auf Menschen in Not ganz neu heraus.
Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass es auch in der christlichen Gemeinde Ängste und Missverständnisse gegeben hat und gibt, - vor allem bei der Frage, wie AIDS übertragen wird.

Gängige Reaktionen innerhalb der christlichen Gemeinden in Tanzania:

-
Die AIDS-Kranken sind große Sünder; deshalb muss man sich nicht um sie kümmern.
- Die Betroffenen haben sich der Gefahr bewusst ausgesetzt und müssen nun die Konsequenzen tragen.
- Sich der AIDS-Opfer anzunehmen würde bedeuten, Prostitution seitens der Kirche anzuerkennen.
- Die Krankheit ist Strafe Gottes. Lass sie leiden, wenn sie schon die Gebote Gottes übertreten haben.
- Andererseits finden es christliche Gemeinden schwierig, das Sexualverhalten innerhalb ihrer Leitungsgremien zu diskutieren.

Viel zu sehr hat die Kirche sich bisher damit begnügt, diejenigen zu verurteilen, die an AIDS erkrankt waren und sind. Auf der anderen Seite hat man gegen den Gebrauch von Kondomen zur Vermeidung von AIDS gepredigt und überhaupt wenig Bereitschaft gezeigt , die Gemeindeglieder darüber aufzuklären, wie man sich wirksam gegen eine Infektion des HIV-Virus schützen kann. In einigen Fällen hat sich die Kirche sogar gegen die Bemühungen der Regierung gestellt, die Bevölkerung in Vorbeuge- und Verhütungsmaßnahmen zu unterweisen.

Einige Gemeinden haben zwar Programme begonnen, die durchaus vernünftig und wirksam waren. Aus irgendwelchen Gründen wurden diese Programme dann nicht mehr weitergeführt. Zu den positiven Beispielen gehört das von den Baptisten durchgeführte Programm „Wahre Liebe wartet“.

Möglichkeiten für die Kirchen und Gemeinden

Um die Kirche bei der AIDS-Prävention einzubinden, sind einige Strategien denkbar. Die Kirche sollte auf jeden Fall bemüht sein, alle Menschen zu erreichen , unabhängig davon, welcher Religion und welcher Rasse oder welchem Stand sie angehören. Auf diese Weise können wir die Liebe und das Wort Jesu auch anderen Menschen zuteil werden lassen.

Möglichkeiten für eine aktive Mitarbeit christlicher Gemeinden, der AIDS-Problematik zu begegnen:

-
Den Leitern und Führungskräften der Religionsgemeinschaften das Problem bewusst machen und sie schulen.
- Gerade junge Menschen müssen erreicht werden. Schulungsarbeit in Partnerschafts-Seminaren.
- Gemeindegruppen wie Chöre oder Laienspielgruppen in die Kampagne mit einbeziehen.
- Seelsorge- und Beratungsseminare für Gemeindeleiter, Älteste, Jugendleiter und Freiwillige.
- Seelsorgeschulungen für die Pastoren.
- Verfassen und Verteilen von Aufklärungs- und Schulungsmaterial.
- AIDS in einen vernünftigen biblischen Zusammenhang stellen.
- Hilfsdienste für AIDS/HIV-Kranke organisieren ohne Ansehen ihrer Person und Religionszugehörigkeit. Home-Care Projekte, Betreunung von Waisenkindern, deren Eltern an AIDS verstorben sind.
- Seelsorgerische Begleitung von Kranken und deren Angehörigen in den Krankenhäusern , Ambulanzen bzw. - Gesundheitseinrichtungen oder in häuslicher Umgebung.

Schlussfolgerung

Die Kirche und die christlichen Gemeinden spielen eine wichtige und zentrale Rolle bei der Verhütung einer noch größeren AIDS-Katastrophe.
In Afrika, wo AIDS schon jetzt jedes Jahr Millionen Opfer fordert, spielen die Kirchen und christlichen Gemeinden eine wichtige und zentrale Rolle, das Ausmaß der Katastrophe einzudämmen. Die Christen in Afrika müssen sich in den Kampf gegen die Epidemie einbinden lassen, ja, die Initiative ergreifen und so schnell wie möglich bei im Kampf gegen AIDS aktiv werden. Jede Verzögerung, diesem Kampf beizutreten, wird den Tod vieler Menschen, unter ihnen auch Kirchenmitglieder, zur Folge haben.

Die zunehmende Zahl der AIDS-Fälle und die ständig wachsende Anzahl von Waisenkindern stellt uns darüber hinaus auch vor die Frage nach unserem Verantwortungsbewusstsein für die sozialen Belange unserer jeweiligen Gemeinwesen. Die Kirche darf sich den mit AIDS verbundenen Problemen gegenüber nicht blind stellen. Sie sollte im Gegenteil ihre Aufklärungs- und Schulungsarbeit zu diesem Thema intensivieren und sich um die Kranken und Waisen kümmern. Hier ist die Kirche Afrikas und der Rest der Welt in hohem Maße gefordert.

Noch ist es nicht zu spät, um den Menschen zu dienen und ihnen die Liebe Jesu vor Augen zu führen.

Übersetzung: Karl Lagershausen