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Bildung beeinflusst Familienplanung

Der Weltbevölkerungsbericht 2012 zeigt, dass Mädchen mit einem höheren Bildungsgrad einen deutlich besseren Zugang zu Aufklärung und Verhütung haben. Nur jedes zehnte Mädchen in Entwicklungsländern ohne Schulabschluss verhütet.

Der erreichte Bildungsgrad hängt eng mit der gewünschten Familiengröße, der Nutzung von Verhütungsmitteln und der Fertilität zusammen. Daten aus 24 Ländern in Afrika südlich der Sahara zufolge sind überdurchschnittlich viele Teenagermütter arm, nicht gebildet und leben auf dem Land. So ist die durchschnittliche Geburtenrate bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren, die keine Schulbildung erhalten haben, etwa viermal so hoch wie bei Mädchen, die mindestens über einen Sekundarschulabschluss verfügen. Vergleichbare Unterschiede zeigen sich in Bezug auf den Wohlstand und den Wohnort. Zudem wächst diese Kluft immer weiter: Während die Zahl der Geburten unter Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren, die über keine Bildung verfügen, im letzten Jahrzehnt um sieben Prozent angestiegen ist, sind die Geburtenzahlen unter Mädchen mit Sekundarschul- oder höherer Bildung im selben Zeitraum um rund 14 Prozent gesunken.

Gebildete Mädchen verwenden häufiger Verhütungsmittel

Die sich immer weiter öffnende Schere bei den Geburtenraten von gebildeten und nicht gebildeten Mädchen spiegelt sich auch bei der Nutzung von Verhütungsmitteln wider. In den 24 untersuchten Ländern nutzen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren, die mindestens einen Sekundarschulabschluss haben, im Durchschnitt viermal häufiger Verhütungsmittel als nicht gebildete Mädchen derselben Altersgruppe. Während der Anteil der gebildeten Mädchen, die Verhütungsmittel verwenden, leicht auf 42 Prozent gestiegen ist, bleibt er bei Mädchen ohne Schulbildung auf dem alten Niveau. Im Durchschnitt verhütet nur eines von zehn Mädchen ohne Schulabschluss.

Mit steigendem Bildungsstand nutzen Frauen häufiger Familienplanungsangebote, da sie seltener und später heiraten, Verhütungsmittel effektiver einsetzen, mehr Wissen über und Zugang zu Verhütungsmitteln und -methoden haben, über mehr Autonomie bei reproduktiven Entscheidungen verfügen und sich der sozioökonomischen Kosten einer ungewollten Mutterschaft bewusster sind.

Junge Frauen, die arm sind, auf dem Land leben und über wenig Bildung verfügen, haben bislang kaum von den Bemühungen profitiert, durch die der Zugang von Jugendlichen zu Aufklärung und Verhütung verbessert werden sollte – wie zum Beispiel der Ausbau jugendfreundlicher Dienstleistungen. Diejenigen, die am meisten auf diese Dienstleistungen angewiesen sind, profitieren also am wenigsten davon.

Quelle: UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2012 "Das Recht auf Entscheidung - Familienplanung, Menschenrechte und Entwicklung", Hrsg. der deutschen Kurzfassung: Stiftung Weltbevölkerung, 14.11.2012

entnommen
DSW [news] November 2012 mit freundlicher Genehmigung