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Familienplanung lohnt sich

Um allen Frauen in Entwicklungsländern Familienplanung zu ermöglichen, werden pro Jahr 8,1 Milliarden US-Dollar benötigt - etwa doppelt so viel, wie heute investiert wird. Erhöhte Investitionen in Familienplanung würden sich lohnen.

Neue Schätzungen gehen davon aus, dass von den 1,52 Milliarden Frauen im reproduktionsfähigen Alter, die in Entwicklungsländern leben, 867 Millionen Frauen einen Bedarf an Familienplanung haben. Drei Viertel von ihnen (645 Millionen Frauen) nutzen moderne Verhütungsmethoden. Dafür werden pro Jahr vier Milliarden US-Dollar aufgewendet. Um den Familienplanungsbedarf aller Frauen in Entwicklungsländern in vollem Umfang zu erfüllen und die Qualität der Dienstleistungen zu verbessern, werden 8,1 Milliarden US-Dollar jährlich benötigt - und damit etwa doppelt so viel, wie heute investiert wird.

Nutzen der Bedarfsdeckung

Mit der Investition von zusätzlichen 4,1 Milliarden US-Dollar in moderne Verhütungsmethoden in Entwicklungsländern könnten ungewollte Schwangerschaften und unsichere Abtreibungen vermieden werden. So ließen sich weltweit schätzungsweise 5,7 Milliarden US-Dollar an Ausgaben für die Versorgung von Müttern und Neugeborenen einsparen.

Familienplanung ist eine der wirksamsten und kosteneffektivsten Maßnahmen zur Armutslinderung. Denn wenn Frauen die Möglichkeit haben, über die Zahl ihrer Kinder und den Zeitpunkt ihrer Geburt zu bestimmen, sind sie gesünder und besser gebildet, sie können eher am Erwerbsleben teilnehmen, und sie sind wirtschaftlich produktiver. Auch den Kindern geht es besser: Wenn Eltern Familienplanung anwenden können, sind ihre Kinder im Allgemeinen gesünder, sie kommen in der Schule besser zurecht und verdienen später mehr. Individuen und Familien ginge es besser, und die Entwicklungschancen der armen Länder würden steigen.

Finanzierung hält nicht Schritt mit dem Bedarf

In dem 1994 auf der Weltbevölkerungskonferenz von Kairo beschlossenen Aktionsprogramm wurden die internationalen Geber aufgerufen, ein Drittel der Kosten für die sexuelle und reproduktive Gesundheit einschließlich Familienplanung in den Entwicklungsländern zu übernehmen. Die restlichen zwei Drittel sollten von den Empfängerländern selbst aufgebracht werden. Entwicklungs- wie Geberländer haben diese Vorgaben nicht erfüllt.

Quelle: UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2012 "Das Recht auf Entscheidung - Familienplanung, Menschenrechte und Entwicklung", Hrsg. der deutschen Kurzfassung: Stiftung Weltbevölkerung, 14.11.2012

entnommen
DSW [news] November 2012 mit freundlicher Genehmigung