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Weltbevölkerungsbericht 2005

Nur wenn das Versprechen der Gleichberechtigung eingelöst wird, kann der Kampf gegen die Armut erfolgreich, sein. Vor allem die Verbesserung der reproduktiven Gesundheit von Frauen - durch Geburtshilfe, Familienplanung und HIV/Aids-Prävention - spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Frauen machen die Hälfte der Menschheit aus. Trotzdem haben sie auch zehn Jahre nach der Weltfrauenkonferenz von 1995 in Peking bei weitem nicht dieselben Chancen und Rechte wie Männer. Doch Gleichberechtigung und eine bessere reproduktive Gesundheit sind wichtige Voraussetzungen, wenn der Kampf gegen die Armut in den Entwicklungsländern erfolgreich sein soll. Investitionen in die Bildung, Gesundheit, die wirtschaftlichen Möglichkeiten und politischen Rechte von Frauen sind unerlässlich, um das Wirtschaftswachstum und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, so der diesjährige Bericht „Das Versprechen der Gleichberechtigung. Gleichstellung der Geschlechter, reproduktive Gesundheit und die Millennium-Entwicklungsziele" des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, UNFPA.
Weltweit gehen jährlich etwa 250 Millionen Jahre produktiven Lebens in Folge von Problemen der reproduktiven Gesundheit verloren. Frauen und arme Bevölkerungsschichten eines jeden Landes sind am meisten betroffen, so der Bericht.

Risikofaktor Schwangerschaft
Nach wie vor ist die Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern sehr hoch. Jedes Jahr sterben mehr als eine halbe Million Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Mindestens weitere acht Millionen Frauen erleiden lebenslange Gesundheitsschäden wie z. B. Scheidenfisteln.
In Afrika südlich der Sahara beträgt das Risiko, während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu sterben, l zu 16; in den Industrieländern nur l zu 2.800. Besonders dramatisch ist die Situation in Krisengebieten: Im Sudan starb im Jahr 2003 jede neunte Frau bei der Geburt ihres Kindes.
Die meisten dieser Todesfälle könnten durch medizinische Betreuung verhindert werden. Doch nur etwa die Hälfte aller Geburten weltweit werden von einem Arzt
oder einer Hebamme betreut. Auch ein verbesserter Zugang zu Familienplanung könnte die Müttersterblichkeit um 20 bis 35 Prozent senken. Trotzdem haben mehr als 200 Millionen Frauen keinen Zugang zu Familienplanung, obwohl sie verhüten möchten.



Aids trägt ein weibliches Gesicht
Die Immunschwächekrankheit Aids breitet sich immer schneller unter Frauen aus: Fast die Hälfte der etwa 40 Millionen HlV-Infizierten sind weiblich. Junge Frauen und Mädchen sind besonders gefährdet.
Jede zweite HIV-Neuinfektion trifft einen jungen Menschen unter 25 Jahren. Der Frauenanteil unter ihnen ist ebenfalls erschreckend hoch: In Afrika südlich der Sahara sind etwa 76 Prozent der HIV-positiven jungen Menschen weiblich. In der Karibik, dem Mittleren Osten und Nordafrika sind es etwa 70 Prozent.

Gewalt gegen Frauen anhaltend hoch
Weltweit wird eine von drei Frauen geschlagen, zu sexuellen Handlungen gezwungen oder missbraucht. Durch Gewalt sterben weltweit ebenso viele Frauen zwischen 15 und 44 Jahren wie durch Krebserkrankungen.
Schlimm trifft es Mädchen und Frauen in Konfliktregionen. Sie werden besonders häufig Opfer sexueller Gewalt. Mit schrecklichen Folgen: Beispielsweise hat sich HIV/Aids in
Ruanda aufgrund von Vergewaltigungen während des Genozids 1994 rapide ausgebreitet. Schätzungsweise 67 Prozent der damals etwa 500.000 vergewaltigten Mädchen und Frauen wurden mit HIV infiziert.

Zu wenig Entwicklungshilfe
Weltweit hat die Nachfrage nach Kondomen -u. a. wegen der Aids-Pandemie - stark zugenommen. Dies hat in vielen Ländern zu Versorgungsengpässcn geführt. Trotzdem stand im Jahr 2003 in den Entwicklungsländern durchschnittlich nur ein Kondom für jeden Mann aus Geldern der Entwicklungshilfe zur Verfügung. Der Weltbevölkerungsbericht 2005 beklagt daher, dass die Hilfsleistungen im Bereich der reproduktiven Gesundheit immer noch weit unter dem Bedarf liegen. Im Jahr 2003 stellten die Geber mit 4,7 Milliarden US-Dollar nur 77 Prozent der für Maßnahmen der reproduktiven Gesundheit versprochenen Entwicklungshilfe bereit.
Zudem sind die Leistungen der Geber für Familienplanungsdienste von 1995 - als 55 Prozent der globalen bevölkerungspolitischen Entwicklungshilfe in Familienplanung floss -auf nur noch 13 Prozent im Jahr 2003 zurückgegangen ist. Die Autoren des Berichtes betonen, dass Familienplanung maßgeblich helfen kann, die Millennium-Ziele zu erreichen. Sinkende Fruchtbarkeitsraten könnten die Armut in den Entwicklungsländern in den nächsten zehn Jahren um bis zu 14 Prozent verringern.

Entnommen DSW newsletter] November 2005

mit freundlicher Genehmigung