Sie sind hier:

Neugkeiten aus der Arbeit

Aktuelles vom Vorstand 2014

Wahlen in Tanzania

Ostafrika in Bewegung

Rundbrief 2014

Reisebericht 2014

Reisebericht 2013

Am Ende der Welt

Waldprojekt für Bugamba

Bischofsbesuch 2012 in Aachen

Links Aachener Zeitungen

Bilder Aachen 2012

Tanzania 2011

Neuigkeiten aus der Arbeit

Berichte

Deutschland

Armut

Primary Health Care (PHC)

Bevölkerungsentwicklung

Situation der Frauen/Familie

HIV/AIDS

Migration

Umwelt, Ökologie, Klima

Wirtschaft

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

Wort des Monats

Sitemap

Kontakt

Impressum

Links

Nachdem der ehemalige Präsident Pierre Nkurunziza sich entgegen der Verfassung in Burundi bei der Wahl zu dritten Mal an die Macht hat wählen lassen, bleibt die Lage in Burundi weiterhin angespannt. Mehr als 60 000 burundische Flüchtlinge waren über die Region Bugamba nach Kigoma geflohen und werden vom UNHCR in völlig überfüllten Flüchtlingslagern in Tansania versorgt. Burundi wird seit Monaten von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und der Polizei erschüttert.
Bei einem Feuerüberfall ist im August der Sicherheitschef General Adolphe Nshimirimana getötet worden. Nach Polizeiangaben beschossen Maskierte den Wagen von Nshimirimana mitten in der Hauptstadt Bujumbura mit Maschinengewehren und Granaten. Mit dem ranghohen Offizier starben drei Leibwächter. Er galt als enger Vertrauter von Präsident Pierre Nkurunziza und als innoffizielle Nummer zwei der Staatsführung. Nshimirimana soll Mitte Mai maßgeblich einen Putschversuch von Teilen der Armee gegen Präsident Nkurunziza abgewehrt haben.
Gerüchte, dass die Entwicklungshilfeorganisation GIZ der Ostafrikanischen Union alle Hilfsgelder solange streichen, bis der Wahlbruch in Burundi zurückgenommen wird, hat die deutsche Bundesregierung dementiert. Dies hatte zudem auch weitere Spannungen zwischen Burundi und Ruanda geführt.
Die fünf ostafrikanischen Staaten Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda und Burundi wollen sich bis 2025 eine gemeinsame Währung geben. Mit der Währungsunion für insgesamt rund 135 Millionen Menschen sollen der Handel vereinfacht und ausländische Investoren angezogen werden. Die undemokratischen Umbrüche der letzten Monate und die Korruption könnten dieses Vorhaben stark gefährden. Es ist also weiterhin dringend empfohlen für diese Region zu beten.

In Tansania steht nun die größte Probe der Demokratie an. Am 25.Oktober soll der neue Staatspräsident gewählt werden. Der bisherige Amtsinhaber Jakawa Kikwete hat nach seiner zweiten Amtsperiode nicht vor, noch ein drittes Mal anzutreten, was auch nicht verfassungsgemäß wäre. Seit mehr als 35 Jahren regiert die Einheitspartei Chama Cha Mapinduzi souverän, aber mit großen Korruptionsvorwürfen konfrontiert, das Land. Nun zeichnet sich eine glaubwürdiges „Kopf an Kopf-Rennen“ zwischen der CCM und der Opposition aus dem Zusammenschluss von vier verschiedenen Parteien an.
Verstärkt wird die Oppositionsbewegung durch Austritte verschiedener Minister der CCM, die zur Opposition gewechselt sind. Da die Einheitspartei viele Strukturen in Tansania in den letzten 35 Jahren maßgeblich gestaltet hat, stellt sich die Frage, wie sich nach einem möglichen Machtwechsel die Demokratie bewähren wird und einen Wechsel akzeptieren wird. Bei meiner letzten Reise nach Tansania im April 2015 hatten mehrere Taxifahrer befürchtet, dass das Militär sich schwer tun würde eine solche Wahl hinzunehmen. Hoffen und beten wir, dass Tansania diese demokratische Herausforderung schafft.

Jörg Kerner, im Sommer 2015