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7) Auf das Ewige ausgerichtet


9) Community Health ist eine der besten Möglichkeiten zur Evangelisation, zur Weiterführung von Christen und um Gemeindewachstum zu unterstützen.
Es verbindet sehr effektiv die Synergien von Wort und Werk mit einer „Kampagne in jedes Haus“, weil ja die Gesundheitshelfer Pläne erarbeiten, denen zufolge sie die Menschen in ihren Dörfern flächendeckend erreichen wollen.

Hier die „Ps“ eines effektiven Programms:

Passion bzw. Leidenschaft:
Wenn du das Programm leitest, muss diese Leidenschaft zuerst dich selbst ergreifen. Mach dir klar: Egal wie viel du zu einem guten Gesundheitswesen beitragen kannst, über kurz oder lang muss jeder Mensch sterben. Die einzige Möglichkeit, wie du den Menschen ewiges Leben zukommen lassen kannst, ist die, sie mit Gottes Sohn bekannt zu machen. So gilt es also zu praktizieren, was du mit Worten und Taten predigst. Lass dich von diesem Teil der Ausbildung mehr begeistern als von irgendetwas sonst, was du tust. Deine Leidenschaft wirkt ansteckend. Stell dich vorne hin und zeige, wie man es macht, während andere dich beobachten. Du kannst dich in evangelistische Unternehmungen einbringen oder sei mit den einzelnen Gesundheitshelfern unterwegs und zeige ihnen, wie du deinen Glauben bezeugst.

Lass deine Supervisoren wissen, dass dieses das Wichtigste ist, was sie fördern sollen. Sei ihnen Lehrer in Jüngerschaft und Mentor, sodass sie das wiederum für die ihnen Anvertrauten sein können. Lass sie in ihren Berichten Rechenschaft auch über diese Arbeit ablegen und richtig selbst das Augenmerk auf ihren Dienst. Gib Raum für Feedback und sorge für ständige Weiterbildung und stimuliere sie, es immer noch besser zu machen.

Wie bereits erwähnt: Was gemessen werden kann, wird auch erledigt. Stelle Daten und Fakten über die evangelistische Arbeit zusammen. Miss sowohl den Aufwand als auch die Ergebnisse. Wie vielen Menschen hat jeder Gesundheitshelfer im letzten Monat das Evangelium gesagt? Wie viele Menschen haben zu Jesus gefunden? Wie viele von denen gehören jetzt einer Gemeinde vor Ort an? Stelle Zeugnisse derer zusammen, die zum Glauben gekommen sind und stelle das all deinen Mitarbeitern zur Verfügung.

Der Heilige Geist ist der einzige, der jemanden überzeugen und zur Umkehr bringen kann. Bete und ermutige alle anderen auch, die Bemühungen der Community Health Teams mit Gebet zu begleiten. Du hast nicht, weil du nicht bittest; bitte deshalb im Glauben und dann geh an die Arbeit.

Halt die Gemeindeleiter über deine Bemühungen und die Ergebnisse auf dem Laufenden. Sag ihnen, dass ihr ihre Arbeit ergänzen wollt. Ihr wollt den Erfolg ihrer Arbeit mehren. Während der Vater im Himmel sein Werk tut, lass die anderen den Kredit dafür bekommen, - und das in dem Wissen, dass nur durch Seine Gnade überhaupt irgendetwas erreicht wird.

Plan und Planung Dinge passieren selten einfach so. Du musst einen Plan entwerfen und ständig daran arbeiten, ihn zu verbessern. Entwickle der Kultur angepasste Methoden, wie man das Evangelium in den unterschiedlichsten Situationen weitersagt. Welche Illustrationen oder Beispielgeschichten unterstreichen deine Botschaft wirksam? Wie kannst du ein Bild gebrauchen und wie können deine Leute selbst ein Diagramm zeichnen, das den Heilsweg erklärt? Welche Praktiken, Ansichten oder Geschichten ihrer Kultur können als Brücken für eine biblische Wahrheit dienen?

Prüft alle Methoden, die ihr entwickelt habt und schaut, was am besten funktioniert. Gib deinen Supervisoren und Helfern alle Freiheiten, selbst kreativ zu werden. Es wird nicht lange dauern, und du hast genau so effektive oder noch effektivere Methoden zur Evangelisation wie du sie für deine Gesundheitsdienste hast. Vergiss nicht, mit anderen Gruppen Austausch zu pflegen, um von ihnen zu lernen und ihnen deine Erfahrungen weiterzugeben.

Purpose bzw. Zweck und Ziel Du würdest in einem Krankenhaus nie und nimmer ein Baby zur Welt bringen und es für immer im Entbindungsraum lassen. Falls du das tätest, würde es über kurz oder lang umkommen, weil ihm die Nahrung fehlt, die Wärme und die Liebe. Nein, du legst das in Windeln gewickelte Kind in den Arm seiner Mutter, machst sicher, dass sie es stillt und gibst der neuen Mutter weitere Instruktionen.

Genau so ist es für dein Community Health Team wichtig zu wissen, dass sie letztlich auf das Ziel hinarbeiten, Gemeinde zu bauen. Es ist die Kirche, die neu zum Glauben Gekommenen helfen kann, im Glauben weiter zu wachsen. Wenn Menschen zu Jesus Christus gekommen sind, werden sie zu Beginn in einigen weiterführenden Kursen für Anfänger mitmachen; aber sie sollten eine enge Beziehung haben zu einer Gemeinde in ihrer Nähe, wo die Neubekehrten so schnell wie möglich mit einbezogen werden. Dort können sie wachsen und sich weiter entwickeln und die Strukturen finden, die brauchen, um zu dem zu werden, was der himmlische Vater für sie vorgesehen hat.

Es kann dir passieren, den gleichen Problemen wie wir gegenüber zu stehen. Wir stellten fest, dass die Kirche schlecht vorbereitet war, um jedes Jahr Tausende von Neubekehrten aufzunehmen und weiterzuführen. Wir rekrutierten die Frau eines in dieser Arbeit erfahrenen Ehepaares, die bereit war, Pastoren in unserem Gebiet weiterzubilden. Sie führte Mini-Pastoren-Konferenzen durch, die ein Trainingsprogramm für neue Gläubige beinhalteten, das wir entwickelt hatten. Durch diese ersten Kontakte entstanden Langzeitbeziehungen zu den einzelnen Pastoren; wir nahmen immer wieder Kontakt zu ihnen auf, um zu sehen, wie es bei ihnen lief und um sie in ihren Bemühungen zu ermutigen. Wir besorgten ihnen die benötigten Bibeln und anderes Schulungsmaterial und stellten ihnen das kostenlos zu Verfügung.

10. Klone das Ganze! – Ich bin nicht dafür, Menschen zu klonen, aber Prinzipien eines Programms zu klonen macht Sinn. Unser Community Health Programm war für uns wie ein Labor, in dem wir Management-Methoden testen konnten, ferner Wege zum Eintreiben finanzieller Mittel, logistische Systeme, Ausbildungsmethoden und Motivationstechniken. Es wäre pure Verschwendung gewesen, das, was wir gelernt hatten, nur innerhalb dieses einen Programms anzuwenden.

Schon bald stellten wir zwei Dinge fest. Unser Außendienst im Gesundheitswesen wirkte sich vor allem auf Frauen und Kinder aus. Die Männer erreichten wir kaum. Zweitens: Geld hat eine Menge mit Gesundheit zu tun. Wir konnten sie über gesunde Ernährung unterweisen, aber die Familien konnten das, was sie dazu brauchten, nicht kaufen, weil ihnen die finanziellen Möglichkeiten fehlten. Genau so wenig konnten sie die Kosten für die Schule, für Kleidung oder für Klinikaufenthalte aufbringen. Gleichzeitig zeigte sich, dass die Männer durchaus Interesse hatten, Geld zu verdienen.

In unserem Gesundheitsprogramm hatten wir bereits Systeme und Methoden entwickelt; jetzt klonten wir daraus mittels verschiedener Eingriffe ein Entwicklungsprogramm. Wir schauten uns um, entdeckten die besten Mikro- Unternehmen und waren der Meinung, dass deren Methoden verbessert werden konnten. Anstatt darauf hinzuwirken, Interesses an neuen Unternehmungen zu wecken, legten wir das Augenmerk auf das, was die Menschen vor Ort bereits gut konnten. Wir legten die Schwerpunkt auf vier Gebiete: Wir lehrten und entwickelten „Null-Grasen“, um die Milch und Kälberproduktion zu verbessern. Wir motivierten die Männer, ihre Rinder bis auf die besten drei oder vier Kühe zu verkaufen, sie in ein Gehege einzusperren und auf ihrer begrenzten Bodenfläche stark proteinhaltige Pflanzen anzubauen. Mit einem Esel schleppten sie das Wasser von einem Fluss für die Kühe heran, damit die ihre Milchproduktion nicht „im Sande verliefen“ oder sich im Kontakt mit anderen Kühen im Ort irgendwelche Krankheiten aufgabelten. Sie mähten das Futter, brachten es ihren Kühen und erlebten, wie ihre Milchproduktion noch oben schoss. Wir konnten die Regierung dazu bewegen, künstliche Besamung durchzuführen, um bessere Kühe zu züchten. Wir sorgten dafür, dass die Milch unserer Milchproduzenten bei ihnen abgeholt wurde.

In unserer afrikanischen Kultur machen die Frauen die Gartenarbeit. Wir arbeiteten mit einer aus den USA stammenden Firma zusammen und bauten Gewächshäuser für Hybridpflanzen, die die Produktion beträchtlich steigerten. Wir haben dann geholfen, kleinere Satteliten-Gewächshäuser in den Dörfern zu finanzieren, die von den Gesundheitskomitees betrieben wurden. Dadurch wurden alle Familien mit Gemüse versorgt und sie hatten oft genug, um davon auch noch zu verkaufen und so Einkommen zu generieren. Darüber hinaus sorgten wir für ein einfaches Tropf-Bewässerungssystem „aus dem Eimer“ für die trockeneren Gebiete.

Hühner sind eine gute Quelle für Proteine durch Eier und schließlich das Fleisch. Die meisten Buschhühner waren freilaufend mit einer niedrigen Legerate – falls die Eier im Gestrüpp überhaupt gefunden wurden. Wir entwickelten eine Art Hühnerhaltung für 20 Hennen, durch die Übertragung von Krankheiten vermieden werden konnte, bauten Brutstationen für hoch produktive Legehennen und entwickelten ein System zur Hühnerfutterverteilung. In 15 Minuten konnte ein Frau ihre Hühner versorgen und täglich ca. 15 Eiern einsammeln, die vor Ort leicht zu vermarkten waren.

Schließlich entwickelten wir systematisch Sammelbecken für Regenwasser, und zwar mit Material, das vor Ort ohne weiteres verfügbar war. Dadurch hatten wir eine Quelle sicheren Wassers für die Familien.

Wir bildeten Männer aus, solche Entwicklungsarbeit andere zu lehren und bedienten uns derselben Techniken, die wir bereits in unseren Gesundheitsdiensten perfektioniert hatten. Wir bauten auch Demonstrationsprojekte, wo die Lektionen, die wir unterrichteten, praktisch vorgeführt werden konnten.

Aber das war noch nicht das Ende. Als unsere Reputation zunahm, klonten wir unsere Techniken zurück in unser Krankenhaus, die Kliniken, die neue Krankenpflegerinnenschule und sogar die Kirchenadministration. Zum Beispiel: Wir lernten durch den Gebrauch von Beispielgeschichten, dass man dadurch lehren und zugleich feststellen konnte, was unsere Gesundheits- und Entwicklungshelfer selbst beherrschten. So bezogen wir Rollenspiele bei den Interviews mit Bewerbern für den Pflegedienst ein. Der Bewerber sollte sich vorstellen, einer der Interviewer sei ein Angehöriger einer gerade im Krankenhaus verstorbenen Person, und er solle das dem Angehörigen auf einfühlsame Art und Weise mitteilen. Oder wir fragten sie, einfach einmal darzutun, wie sie einem Patienten das Evangelium sagen würden. Wie sie mit einem Kollegen umgehen würden, der seine Arbeit nicht ordentlich erledigt und noch ein halbes Dutzend weiterer Szenarien, die uns Einblicke in ihr Denkvermögen, ihre Kommunikationsfähigkeiten, die persönliche Reife und ihr allgemeines Grundwissen ermöglichte.

Wie nun lässt sich das alles zusammenfassen? Community Health Unternehmungen haben es in sich! Da kommt ne Menge mehr bei raus als du rein steckst. Begrenzte Ressourcen können enorme Ergebnisse zeitigen. Krankheiten vermeiden ist so viel besser als heilen, und Community Health Programme bringen lang andauernde Änderungen im Verhalten der Zielgruppen mit sich. Und am wichtigsten: Sie sind eine der besten Möglichkeiten zur Verbreitung des Evangeliums.

Wenn du noch kein Programm hast, fang eins an. Wenn es Anfänge gibt, bau den Turbo ein, indem du einige dieser Techniken anwendest. Die Leute werden es dir danken!

(Ende der Artikel-Reihe)

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Dr. David Stevens ist Vorstandsvorsitzender der Christian Medical and Dentist Associations (CMDA) in den USA. Zu der größten Nichtregierungsorganisationen für Ärztinnen und Ärzte in den USA zählen sich über 16.000 Mitglieder, deren Sprecher Dr. Stevens ist. Dr. Stevens war vor seinem Dienst bei CMDA Medizinischer Direktor von Samaritan´s Purse. Er leitete als Arzt medizinische Einsätze in Somalia und im Süd-Sudan. Von 1981 -1981 leitete er das Tenwek-Hospital in Bomet / Kenya.
Entnommen mit freundlicher Genehmigung des Autors:
CMM's e-Pistle February 2012