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220 Millionen Frauen können nicht verhüten

Die internationale Gemeinschaft hat sich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2015 allen Menschen Zugang zu Aufklärung und Verhütung zu ermöglichen. Dieses Ziel ist noch lange nicht erreicht. Denn in Entwicklungsländern kann noch immer jede vierte Frau nicht verhüten, obwohl sie das möchte.

Mehr als 220 Millionen Frauen in Entwicklungsländern können nicht verhüten. Das ist jede vierte Frau, die eine Schwangerschaft vermeiden möchte. Wenn alle Menschen Zugang zu Familienplanung hätten, würde die Zahl der jährlich 80 Millionen ungewollten Schwangerschaften um zwei Drittel sinken und sich damit das Bevölkerungswachstum verlangsamen, jährlich könnte das Leben von mehr als 80.000 Schwangeren gerettet werden, und die Entwicklungschancen armer Länder würden deutlich verbessert. Das geht aus dem am 14. November veröffentlichten UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2012 "Das Recht auf Entscheidung – Familienplanung, Menschenrechte und Entwicklung" hervor.

Die Gründe, warum Millionen von Menschen ihr Recht auf Familienplanung noch immer nicht wahrnehmen können, sind vielfältig. Dem Bericht zufolge zählen dazu die ungenügende Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von sicheren Verhütungsmitteln, fehlende politische Unterstützung durch Regierungen sowie kulturelle und religiöse Normen, die zum Beispiel den Zugang zu Verhütungsmitteln auf verheiratete Frauen beschränken oder ganz untersagen. Arme, behinderte, vertriebene und meist auch junge Menschen haben es besonders schwer, ihr Recht auf eine sichere und selbstbestimmte Familienplanung wahrzunehmen.

Stagnierende Verhütungsrate

Die Verhütungsrate von verheirateten Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren ist in Industrie- und Entwicklungsländern von fast null Anfang der 1960er Jahre auf 47 Prozent im Jahr 1990 und 55 Prozent im Jahr 2000 angestiegen. Seitdem gab es eine weitgehende Stagnation. "Das ist dramatisch für die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt, wo etwa ein Drittel des Bevölkerungswachstums auf ungewollte Schwangerschaften zurückgeht", sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung. "Denn das rasante Bevölkerungswachstum übt zusätzlichen Druck auf Bildungs- und Gesundheitssysteme sowie auf die ohnehin knappen Ressourcen aus. Bei der Linderung von Hunger und Armut wäre viel erreicht, wenn alle, die verhüten wollen, dies auch könnten."

Kosten der Familienplanung

Um allen Frauen, die verhüten möchten, die Möglichkeit dazu zu geben, würde dies 8,1 Milliarden US-Dollar pro Jahr kosten – für Verhütungsmittel, Personal und Gesundheitssysteme. Das sind 4,1 Milliarden US-Dollar mehr, als heute investiert werden. "Die internationale Gemeinschaft hat sich allen Frauen, Männern und jungen Menschen gegenüber verpflichtet, das Recht auf Selbstbestimmung in einer der grundlegendsten Entscheidungen im Leben jedes einzelnen zu schützen und durchzusetzen", betont Werner Haug, Mitglied des Exekutiv-Komitees von UNFPA, dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen. "Es ist höchste Zeit, dass wir dieses Versprechen erfüllen."

Quelle: UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2012 "Das Recht auf Entscheidung - Familienplanung, Menschenrechte und Entwicklung", Hrsg. der deutschen Kurzfassung: Stiftung Weltbevölkerung, 14.11.2012

entnommen
DSW [news] November 2012 mit freundlicher Genehmigung